Was ist eigentlich eine Diät?

Der Begriff Diät leitet sich vom griechischen Wort Diaita (Lebensweise) ab. Da eine bestimmte Lebensweise sehr oft auch mit einer bestimmten Ernährung in Zusammenhang steht, beschränkte sich die Bedeutung mehr und mehr auf Speisevorschriften. Dabei lässt sich bis heute allerdings die spezielle Ernährung kaum von der Lebensweise trennen. Die Diätik befasst sich wissenschaftlich mit bestimmten Ernährungsweisen, wobei medizinische Ansätze ein großes Gewicht haben. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird heute das Wort Diät vorwiegend in Zusammenhang mit Ernährungsweisen zur Gewichtsabnahme benutzt.

Dieser Bericht hier gibt eine allgemeine Übersicht nach dem heutigen medizinischen Stand wieder. Der Bericht beschreibt nicht immer meine persönliche Meinung.

Verschiedene Arten von Diäten

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Diät immer um eine Ernährung im Rahmen bestimmter therapeutischer Ziele. Zur Unterstützung einer medizinischen Behandlung, nach einer Operation oder bei Allergien werden reduzierte Ernährungsweisen eingesetzt. So kann ein Arzt eine fettarme Kost, eine Kost ohne bestimmte Allergene wie Laktose oder Glukose empfehlen. Sportmediziner entwickeln gezielte Ernährungsweisen zur Leistungssteigerung. Eine therapeutisch zusammengestellte Diät kann bei Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nach dem Schlaganfall eingesetzt werden. Eine Diät kann sowohl der Abnahme wie der Zunahme von Körpergewicht dienen.

Unter Berücksichtigung einer ausreichend guten Versorgung mit Nährstoffen werden bei Essstörungen wie der Magersucht Diäten entwickelt, die eine Gewichtszunahme und normales Essverhalten fördern. Bei übergewichtigen Menschen werden Diäten zur Verringerung des Gewichts empfohlen. Eine besonders drastische Nahrungsreduktion ist das Fasten, die vollständige Nahrungsenthaltung oder die Enthaltung von bestimmten Nahrungsmitteln aus religiösen Gründen. In vielen Religionen gibt es festgelegte Fastenzeiten, z.B. den moslemischen Ramadan oder die christliche Fastenzeit vom Bußtag bis Ostern.

Diät und Fasten

Im Sinne des Wortes bedeutet Fasten den zeitweiligen, vollständigen Verzicht auf Nahrung. Strenge Fastenkuren erlauben für eine bestimmte Zeit lediglich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die Diät dagegen beinhaltet Vorschriften für eine bestimmte Ernährung. Nach Möglichkeit sollte während einer Diät der Körper trotz Veränderung des Speiseplans mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Das Heilfasten dagegen ist eine natur-/alternativmedizinische Therapie.

Zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens, als Einstieg in eine veränderte Lebensweise, zur Entschlackung gibt es Fastenkuren, die mit oder ohne medizinische Betreuung durchgeführt werden. Meist werden die Kuren mit reinen Trinkkuren eingeleitet, wonach langsam eine gesunde, reduzierte Ernährung aufgebaut wird. Die Grenzen zwischen Diät und Fastenkur sind fließend. Beispielsweise können auch einige Tage völliger Nahrungsenthaltung eine Diät zur Gewichtsabnahme einleiten.

Erfolg von Diäten zur Gewichtsreduktion

Insbesondere in den Industrienationen nehmen Übergewicht und Fettleibigkeit zu. Immer neue Diäten werden als das Nonplusultra angeboten. Noch nie gab es eine derartige Diätschwemme wie heute. Allerdings führen nur wenige Diäten zu dauerhafter Reduzierung des Gewichts. Sogenannte Crash-Diäten versprechen hohe Gewichtssenkungen in kurzer Zeit. Von Dauer ist der Erfolg allerdings selten. Einseitige Diäten mit rasant geminderter einseitiger Nahrungsaufnahme haben vielfach einen Jo-Jo-Effekt zur Folge. Auf den schnellen Gewichtsverlust folgt eine noch schnellere Zunahme.

Der Grund: Der Körper merkt sich Hungerperioden und baut vor, wenn wieder normale Nahrung angeboten wird. Es wird noch mehr Fett eingelagert. Oft übertrifft das Gewicht schon nach kurzer Zeit nach der Diät das Ausgangsgewicht vor der Diät. Zu lange und häufige Diäten können den Stoffwechsel schädigen. Bei einseitigen Diäten kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Bei Diäten mit rasanten Crash-Erfolgen wird meist außer Acht gelassen, dass der Körper zuerst Muskelmasse abbaut. Werden solche Diäten zu oft und ohne sportliche Betätigung gemacht, reicht die kurze Diätdauer selten, um wirklich an die Fettreserven zu gehen.

Low Carb und Low Fat sind als Ernährungsweise eignen sich für lange Anwendungen. Der Körper braucht allerdings sowohl Fett wie Kohlenhydrate in gesundem Maß. Gemäßigte Anwendungen dieser Diäten können allerdings bessere Erfolge zeigen als die Crash-Diäten. Beide Ernährungsweisen erfordern viel Disziplin und einen speziellen Speiseplan. Nachhaltiger wirksam als zeitlich begrenzte Diäten ist eine langfristige Ernährungsumstellung mit Reduzierung der Kalorienzufuhr, Verzicht auf Zucker, zu viele gesättigte Fettsäuren. Intervall-Fasten – 8 Stunden essen, 16 Stunden fasten, wöchentliche festgelegte Fastentage – werden von vielen Anwendern als erfolgreich gewertet. Da sich der Körper an die Fastenzeiten gewöhnt, gibt es kaum schädliche Nebenwirkungen. Sinnvoll ist das nur, wenn außerhalb der Fastenzeiten auf eine gesunde Ernährung geachtet wird.

Kuchen

Vegetarische, vegane Ernährung und Lebensweise

Wird die Diät in engem Zusammenhang mit der gesamten Lebensweise gesehen, handelt es sich bei vegetarischer und veganer Ernährung durchaus um Diäten. Um eine diätische Lebensweise geht es insofern, dass auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet wird. Vegetarier verzichten auf den Verzehr von getöteten Tieren. Veganer lehnen alle tierischen Produkte, bei der Ernährung auch Milchprodukte und Eier ab.

Beide Ernährungsweisen sind allgemein nicht schädlich, können aber bei Kindern und Kranken zu Mangelerscheinungen führen. Teils müssen bei veganer Ernährung bestimmte Nährstoffe gesondert zugeführt werden. Diese Ernährungsweisen sind Ausdruck von Überzeugungen. Für gesunde Menschen mit ansonsten gesunder Lebensweise spricht nichts dagegen.

Wie dieser Überblick zeigt, steckt hinter der Diät mehr als eine Gewichtsreduktion.

Mein Fazit

Wenn Du dich einfach nur gesund ernährst und überwiegend keine tierischen Produkte zu Dir nimmst, auch mal etwas Sport machst, dann brauchst Du bestimmt keine Diät (im Sinne der heutigen Begrifflichkeit der Gewichtsreduktion)!

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